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    Hambacher Forst

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    Hambacher Forst

    Beitrag von Alarich am Fr 5 Okt 2018 - 23:32

    Die Rodung wurde gerichtlich gestoppt! Die Demo am Samstag wurde zugelassen!
    Kleine Erfolge der Demokratie!
    Man ist nicht ganz so machtlos.....

    Ich finde es gut!

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    Re: Hambacher Forst

    Beitrag von gnadenlos am Fr 5 Okt 2018 - 23:52

    Von den ursprünglich mehreren Tausend Quadratmetern sind ja sowieso nur noch 400 übrig. Und davon "muss" RWE jetzt unbedingt noch 200 abholzen, sonst geht der Laden den Bach runter ... sagen jedenfalls die Manager. Rolling Eyes

    Statt um 200 m² zu jammern, sollten sich solche Konzerne und andere Einrichtungen lieber mal ordentlich den Schädel darüber machen, wie und womit wir in Zukunft besser Strom herstellen können. Solange man mit Ausbeutung der Ressourcen noch ordentlich Gewinne machen kann, wird sich da aber nicht viel tun.
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    Alarich
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    Re: Hambacher Forst

    Beitrag von Alarich am Sa 6 Okt 2018 - 0:01

    gnadenlos schrieb:Von den ursprünglich mehreren Tausend Quadratmetern sind ja sowieso nur noch 400 übrig. Und davon "muss" RWE jetzt unbedingt noch 200 abholzen, sonst geht der Laden den Bach runter ... sagen jedenfalls die Manager. Rolling Eyes

    Statt um 200 m² zu jammern, sollten sich solche Konzerne und andere Einrichtungen lieber mal ordentlich den Schädel darüber machen, wie und womit wir in Zukunft besser Strom herstellen können. Solange man mit Ausbeutung der Ressourcen noch ordentlich Gewinne machen kann, wird sich da aber nicht viel tun.


    Klar. Ich sehe auch die vielen Arbeitsplätze, die dadurch wieder verloren gehen können, könnten, werden, wie auch immer!
    Achgott, man denkt ja nicht nur an sich selbst!
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    Re: Hambacher Forst

    Beitrag von Katana am Sa 6 Okt 2018 - 12:03

    Alarich schrieb:


    Klar. Ich sehe auch die vielen Arbeitsplätze, die dadurch wieder verloren gehen können, könnten, werden, wie auch immer!
    Achgott, man denkt ja nicht nur an sich selbst!

    Moin , dazu ist dieser Artikel ganz interessant .

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    Lange Rede , kurzer Sinn arbeiten in der gesamten Braunkohlewirtschaft noch knapp 20000 Leute , von denen fast die Hälfte über 50 Jahre alt ist .

    Aus der Sicht heraus könnte man von heute auf morgen aus dieser Kiste aussteigen und die betroffenen Menschen über Sozialpläne , Vorruhestand etc. anderweitig unterbringen oder in
    Rente schicken .

    Bedenkt man nur bezüglich Hambacher Forst mal die Zerstörungen , die schon angerichtet wurden .
    Von ehemals 4100 Hektar größtenteils Urwaldes , der nach den üblichen Richtlinien einen ökologisch derart hohen Wert hatte , als das man ihn eigentlich zum Naturschutzgebiet hätte machen müssen , sind noch knapp 400 Hektar übrig . Allein das ist schon ein Skandal , der die komplette Umweltpolitik in Deutschland als riesengroße Lüge entlarvt .
    Dem kleinen Mann auf eigene Kosten am besten das Auto fahren verbieten , weil er in gutem Glauben an die Zulassungsbestimmungen Dieselfahrzeuge gekauft hat , welche diese Vorschriften gar nicht einhalten , sowas geht !! Aber 3600 Hektar Waldbestand vor einem Konzern schützen , der diesen platt macht um dreckige Kohleverfeuerung betreiben zu können , sowas geht nicht . Im Gegenteil will man den Rest auch noch platt machen und die Politik sagt ja und amen dazu .
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    Re: Hambacher Forst

    Beitrag von gnadenlos am Sa 6 Okt 2018 - 17:01

    Die Frage bleibt, wohin die Reise gehen soll. Windrädchen bspw. richten eine ebensolche Zerstörung an. Zwar nicht vor Ort, aber anderswo.
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    Re: Hambacher Forst

    Beitrag von Oskar am Sa 6 Okt 2018 - 21:31

    Alarich schrieb:Die Rodung wurde gerichtlich gestoppt! Die Demo am Samstag wurde zugelassen!
    Kleine Erfolge der Demokratie!
    Man ist nicht ganz so machtlos.....

    Ich finde es gut!

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    Das ist schlichtweg ein juristisch korrekter Vorgang. Der BUND hatte Klage eingereicht, dass erst untersucht werden müsse, ob Belange des Artenschutzes und Naturschutzes berührt werden. Dies würde absolutes Sägeverbot bedeuten. Bis zu einem endgültigen Urteil hierüber (es müssen entsprechende Gutachten eingeholt werden, die dann durch Gegengutachten angegriffen werden usw.) hat das OVG Münster ein Rodungsverbot erlassen, weil sonst gegebenenfalls nicht mehr rückgängig zu machende Tatsachen geschaffen werden könnten. Das hat nichts mit einem Stopp der Braunkohleförderung zu tun. Sollte das Urteil für den BUND negativ ausfallen, kann weiter gesägt werden.

    Nicht immer wird in unserer Demokratie juristisch so korrekt geurteilt.
    In BW hatte eine Bürgerinitiative 2017 eine ähnliche Klage gegen die Waldrodung für die Errichtung eines Windparks eingereicht. Ebenfalls wegen fehlender Prüfung der Umweltverträglichkeit (Artenschutz, Naturschutz). Auch hier wurde ein Rodungs- und Bauverbot gefordert um keine vollendeten Tatsachen zu schaffen. Es geschah nichts, es durfte munter weitergebaut werden, es war auch Eile angesagt, denn ab 01. 01. 2018 gab es neue (wesentlich schlechtere) Vergütungssätze, weshalb die Windräder spätestens im Dezember 2017 in Betrieb gehen mussten.
    Schließlich stellte der zuständige Verwaltungsgerichtshof Ende Januar, die Windräder drehten sich bereits, fest, eine Umweltverträglichkeitsprüfung sie nicht erforderlich, da es sich nicht um ein Naturschutzgebiet handle.

    Dasselbe beim Urteil zum Hambacher Forst wäre echt interessant....

    Es kommt also bei Umweltangelegenheiten sehr wohl darauf an, aus welcher Richtung die Klagen kommen.

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    Re: Hambacher Forst

    Beitrag von Oskar am Sa 6 Okt 2018 - 21:47

    gnadenlos schrieb:Die Frage bleibt, wohin die Reise gehen soll. Windrädchen bspw. richten eine ebensolche Zerstörung an. Zwar nicht vor Ort, aber anderswo.

    Tja wohin soll die Reise gehen. Es ist einfach einen Ausstieg aus der Kernkraft und der Kohleverstromung zu fordern, aber Pläne über die technische Realisierung einer zukünftigen Stromversorgung gibt es nicht. Die Windrädchen helfen hier nicht wirklich, sie stehen zu oft still, wie schon Wilhelm Busch feststellte:

    "Stiller wird der Wind und stiller,
    Und die Mühle stehet still.

    So gehts immer, wie ich finde,
    Rief der Müller voller Zorn.
    Hat man Korn, so fehlts am Winde,
    Hat man Wind, so fehlt das Korn."

    Daran hat sich bis heute nichts geändert.
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    Re: Hambacher Forst

    Beitrag von gnadenlos am Sa 6 Okt 2018 - 23:43

    Man müsste eine Möglichkeit finden, den Atommüll in Schokolade umzuwandeln.
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    Re: Hambacher Forst

    Beitrag von Trulla am So 7 Okt 2018 - 14:31

    Kaum ist ein Rodungsstopp eingelegt, werden wieder Baumhäuser von den Aktivisten gebaut. Deren Ausdauer ist tatsächlich bewundernswert. Ich frage mich allerdings, woher die eigentlich die Zeit nehmen, wochen- und monatelang auszuharren ...


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    Bis vor ein paar Tagen war die Polizei damit beschäftigt, 86 Baumhäuser abzureißen. Mit Millionenaufwand - häh? Wie kann das denn Millionen kosten??  Shocked
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    Re: Hambacher Forst

    Beitrag von gnadenlos am So 7 Okt 2018 - 17:01

    Trulla schrieb:
    Bis vor ein paar Tagen war die Polizei damit beschäftig, 86 Baumhäuser abzureißen. Mit Millionenaufwand - häh? Wie kann das denn Millionen kosten??  Shocked

    Nimm einfach 500 Beamte (alle Dienstbereiche zusammen waren es sicher mehr) à 1 Monat Beschäftigung (auch die gesamte Zeitspanne dürfte deutlich länger sein) bei durchschnittlichen 2.500 EUR Bruttopersonalkosten je Beamten (der tatsächliche Durchschnitt liegt ganz bestimmt höher) - Auf wie viel Euro kommst du bei meiner Tiefstapelei?

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Mi 14 Nov 2018 - 16:33