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    Wenn Zwei was tun, ist es nicht immer das Gleiche

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    Wenn Zwei was tun, ist es nicht immer das Gleiche

    Beitrag von Katana am So 22 Jul 2018 - 14:24

    Zugegeben mag es nicht unbedingt klug gewirkt haben , als ein Herr Özil und Gündokan beim türkischen Präsidenten ihre Trikots abgegeben haben und mit ihm freundlich in die Kamera gelächelt haben .
    Nicht wenige forderten daraufhin Özil zu Hause zu lassen und überhaupt , war er der gefundene Sündenbock für das sportliche Fiasko der Nationalmannschaft bei der WM in Russland .

    Özil setzt gerade noch einen drauf , indem er in einem Interview meint , er würde es abermals genauso machen .

    Der Aufschrei ist vorprogrammiert , was ist der Özil nur für ein böser Bube , der nun so gar nicht dem Werteverständnis der Nationalmannschaft und des DFB entspricht .

    Na ja , das man diese von Werten beseelte deutsche Fußball Nationalmannschaft zu einer WM nach Russland schickt und nix dabei findet , wenn sich ein Herr Putin bei deren Spielen im
    Glanze dieser Veranstaltung gesonnt hat , ein Staatsoberhaupt , welches man gleichzeitig beschuldigt Angriffskriege in der Ukraine zu führen , scheint ja dann was ganz anderes zu sein.

    Um der Heuchelei aber die Krone aufzusetzen , scheint es vollkommen okay zu sein , wenn sich unsere Bundeskanzlerin mit Erdogan ablichten lässt (Werte anders oder egal ? ) und als Sahnehäubchen doch dem Europa Vorsitzenden der grauen Wölfe vor laufenden Kameras die Hand schüttelt .

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    Diese kleine Kungelei ist auch im Hinblick auf einen NSU Prozess , dem angeblich ach so wichtigen Kampf gegen rechten Rassismus und dem Dauerfeuer gegenüber einer AfD schon ganz interessant mit
    anzuschauen . Türkischer rechtsradikaler Nationalismus scheint wohl etwas legitimer zu sein als Deutscher und ein Fußballspieler hat doch bitte unsere Werte viel konsequenter zu vertreten als etwa unser Staatsoberhaupt Smile .
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    Re: Wenn Zwei was tun, ist es nicht immer das Gleiche

    Beitrag von Katana am So 22 Jul 2018 - 21:31

    Nu hat man es geschafft , Mesut Özil hat selber die Reissleine gezogen und seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündet .

    Verständlich wie ich meine , unverständlich ein Kommentar dagegen in der FAZ

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    Dieser Redakteur sollte bei der Sportberichterstattung bleiben , alles andere scheint zuviel für ihn zu sein .

    Woher nimmt der Mann das Recht von einem Mesut Özil eine klare öffentliche Positionierung in Bezug auf die Menschenrechtsfrage in der Türkei zu fordern , der Herr Erdogan ist immerhin Staatsoberhaupt eines mit uns in der Nato militärisch verbündeten Staates . Bevor ich also Fußballer dafür kritisiere , nicht genug Distanz zu diesem Mann zu wahren , sollte man unsere Regierung einschl. Frau Merkel mal fragen , wieso sie nicht mit gutem Beispiel voran geht .

    Den Einwand von Herrn Özil bezüglich der Photos von Ehrenspielführer Matthäus zusammen mit Herrn Putin finde ich da auch mehr als berechtigt , diesem Land wird die Führung eines Angriffskrieges gegen die Ukraine vorgeworfen , es wird wirtschaftlich von Europa sanktioniert und ist in keiner Weise mit uns verbündet . Trotzdem fordert kein Mensch ein Statement zur dortigen Menschenrechtsfrage von Herrn Matthäus .
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    Re: Wenn Zwei was tun, ist es nicht immer das Gleiche

    Beitrag von gnadenlos am Mo 23 Jul 2018 - 19:11

    Es ist Aufgabe der Politik, miteinander zu sprechen. Zwar habe auch ich schon kritisiert, wenn Merkel Erdowahn das Händchen reichte, aber das ist eben Politik. Wenn Politiker nicht mehr miteinander reden, nennt man es Krieg. Insofern verbietet sich der Vergleich Özil vs. Erdowahn mit Merkel vs. Erdowahn o.ä.

    Richtig ist, dass man Özil da rechtlich nichts vorwerfen kann. Die Moralkeule gegen ihn zu schwingen, hat dann tatsächlich ein bisschen was von Doppel- und Dreifachmoral. Die Moralapostel - zu denen auch ich mich im ersten Moment hingezogen fühlte - wären gut beraten gewesen, einfach mal die Klappe zu halten. Ebenso Özil höchstselbst. Mit seiner Stellungnahme und allen weiteren Äußerungen, einschließlich seines Statements zum Rücktritt, hat er sich ganz alleine ins Abseits geschossen. Seine Aussagen sind derart Unglaubhaft oder Widersprüchlich, dass ich ihm beinahe Verwirrtheit bescheinigen möchte. Der Einkommensmillionär mit besten Verbindungen in die Türkei ist längst nicht so unbedarft, wie er sich gibt und wie man ihn gerne sehen mag. Sein knabenhaftes Erscheinungsbild täuscht darüber hinweg, dass er ein Geschäftsmann ist der ganz genau wusste, was er da tut.

    Was bleibt, ist der Rücktritt von der Nationalmannschaft, der für sich genommen nicht der Rede wert ist. Und ein Offenbarungseid des DFB, der - wenn es nicht gerade um die Ausübung von Geldgeilheit geht - ein durch und durch desolater Dreckshaufen ist.
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    Re: Wenn Zwei was tun, ist es nicht immer das Gleiche

    Beitrag von Katana am Mo 23 Jul 2018 - 19:49

    gnadenlos schrieb:Es ist Aufgabe der Politik, miteinander zu sprechen. Zwar habe auch ich schon kritisiert, wenn Merkel Erdowahn das Händchen reichte, aber das ist eben Politik. Wenn Politiker nicht mehr miteinander reden, nennt man es Krieg. Insofern verbietet sich der Vergleich Özil vs. Erdowahn mit Merkel vs. Erdowahn o.ä.

    Richtig ist, dass man Özil da rechtlich nichts vorwerfen kann. Die Moralkeule gegen ihn zu schwingen, hat dann tatsächlich ein bisschen was von Doppel- und Dreifachmoral. Die Moralapostel - zu denen auch ich mich im ersten Moment hingezogen fühlte - wären gut beraten gewesen, einfach mal die Klappe zu halten. Ebenso Özil höchstselbst. Mit seiner Stellungnahme und allen weiteren Äußerungen, einschließlich seines Statements zum Rücktritt, hat er sich ganz alleine ins Abseits geschossen. Seine Aussagen sind derart Unglaubhaft oder Widersprüchlich, dass ich ihm beinahe Verwirrtheit bescheinigen möchte. Der Einkommensmillionär mit besten Verbindungen in die Türkei ist längst nicht so unbedarft, wie er sich gibt und wie man ihn gerne sehen mag. Sein knabenhaftes Erscheinungsbild täuscht darüber hinweg, dass er ein Geschäftsmann ist der ganz genau wusste, was er da tut.

    Was bleibt, ist der Rücktritt von der Nationalmannschaft, der für sich genommen nicht der Rede wert ist. Und ein Offenbarungseid des DFB, der - wenn es nicht gerade um die Ausübung von Geldgeilheit geht - ein durch und durch desolater Dreckshaufen ist.

    Für mich ist es Idiotie , von dem Mann überhaupt ein Statement oder Rechtfertigungen zu verlangen , was soll er denn sagen ???

    Wenn Erdogan nunmal das Schwein ist , für das ihn alle halten , dann täte ich mit noch lebender Verwandschaft in der Türkei auch keine Einladung von dem Mann ausschlagen oder womöglich noch groß die Klappe negativ aufreißen , nur darf er auch das nicht öffentlich sagen .

    Er hat das gleiche Problem wie alle im Ausland lebenden Türken mit noch lebenden Angehörigen in diesem Land , er ist über diesen Weg erpressbar . Mit ein wenig Grips seitens der Presse und des DFB hätte man das durchaus begreifen können und hätte Özil nicht derart in die Enge treiben dürfen , ganz schlechter Stil sowas .
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    Re: Wenn Zwei was tun, ist es nicht immer das Gleiche

    Beitrag von Oskar am Mo 23 Jul 2018 - 21:28

    gnadenlos schrieb: Mit seiner Stellungnahme und allen weiteren Äußerungen, einschließlich seines Statements zum Rücktritt, hat er sich ganz alleine ins Abseits geschossen. Seine Aussagen sind derart Unglaubhaft oder Widersprüchlich, dass ich ihm beinahe Verwirrtheit bescheinigen möchte. Der Einkommensmillionär mit besten Verbindungen in die Türkei ist längst nicht so unbedarft, wie er sich gibt und wie man ihn gerne sehen mag. Sein knabenhaftes Erscheinungsbild täuscht darüber hinweg, dass er ein Geschäftsmann ist der ganz genau wusste, was er da tut.


    So ist es! Und er macht bestimmt nichts ohne die Zustimmung seiner Berater.
    Durch das Foto mit Erdogan stieg sein Werbewert in der Türkei. Sein Nationalmannschaftskollege (Confed Cup) Emre Can (im Mai noch bei FC Liverpool) hatte die Einladung zu der Erdogan Veranstaltung gar nicht erst angenommen, so ging es auch.
    Gündogan ("meinem verehrten Präsidenten...") plant in der Türkei den Bau eines Geschäfts- und Einkaufszentrums. Ohne Kontakte zur Regierungspartei ist sowas nicht möglich.

    Die Erklärung Özils stammt doch nie und nimmer aus seiner Feder. Hier haben seine aus der Türkei stammenden Berater wohl insgesamt 7 Stunden gebraucht um die Erklärung in 3 Teilen zu formulieren, auf Englisch, das sagt doch alles.
    Auch hier wurde rausgeholt was irgendwie geht, z. B. der Rassismusvorwurf: Im Herbst wird die EM 2024 vergeben, Konkurrenten sind die Türkei und Deutschland. Wenn gegen den DFB Rassismusvorwürfe erhoben werden, kann er seine Bewerbung vergessen.

    Özil hat sich zum Spielball machen lassen.
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    Re: Wenn Zwei was tun, ist es nicht immer das Gleiche

    Beitrag von gnadenlos am Di 24 Jul 2018 - 18:49

    Katana schrieb:

    Er hat das gleiche Problem wie alle im Ausland lebenden Türken mit noch lebenden Angehörigen in diesem Land , er ist über diesen Weg erpressbar .

    Das glaube ich nicht. Mit einem weltbekannten Fußballer legt sich auch ein Erdowahn nicht über diese Schiene an. Er hätte mit einem Schlag sämtliche Fußballfans gegen sich - da wäre er im eigenen Land nicht mehr sicher.

    Davon ab: Profiteur dieser Fotogeschichte ist Erdowahn. Die Taschen voll machen, mit den großen Hunden pinkeln wollen, aber das Beinchen nicht heben können, das ist der DFB wie er leibt und lebt.
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    Re: Wenn Zwei was tun, ist es nicht immer das Gleiche

    Beitrag von Katana am Sa 28 Jul 2018 - 21:07

    gnadenlos schrieb:

    Das glaube ich nicht. Mit einem weltbekannten Fußballer legt sich auch ein Erdowahn nicht über diese Schiene an. Er hätte mit einem Schlag sämtliche Fußballfans gegen sich - da wäre er im eigenen Land nicht mehr sicher.

    Davon ab: Profiteur dieser Fotogeschichte ist Erdowahn. Die Taschen voll machen, mit den großen Hunden pinkeln wollen, aber das Beinchen nicht heben können, das ist der DFB wie er leibt und lebt.

    Fußball wird nicht umsonst als beste Nebensache der Welt bezeichnet , was würde wohl großartig passieren , wenn ein Angehöriger von Özil einen Verkehrsunfall erleidet , wenn er nicht spurt , gar nichts passiert dann .

    Klar zieht Özil jetzt natürlich die übliche , beleidigte Türkennummer ab , von wegen ihr seit alles Rassisten .

    In Wirklichkeit ist ein Rücktritt von Özil das einzig Richtige , weil er es schlicht nicht mehr so drauf hat wie vor vier Jahren , weswegen ich auch jedem Sportler , der die höchste Krone in seinem Sport erreicht hat raten würde in den Sack zu hauen , ansonsten endet es zu 99% irgendwann peinlich . Klar gibt es echte Ausnahmetypen , die es mehrfach schaffen aber den meisten fehlt nach einem großen Titel anschließend der Hunger , zumal es bei Mannschaftssportarten ja auch nicht an einem alleine liegt .

    Trotzdem ist es allein schon typische DFB Unfähigkeit einen Typen zum Präsidenten zu machen in einem Verband der angeblich die ethnische Vielfalt preist , der durch Äußerungen wie Grindel aufgefallen ist von wegen "Integration wäre gescheitert , multi -kulti sowieso usw. usw. . Was hat ausgerechnet so eine Type an der Spitze des ach so weltoffenen DFB zu suchen ??

    Und in der Hinsicht hat Özil nicht unrecht .
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    Re: Wenn Zwei was tun, ist es nicht immer das Gleiche

    Beitrag von Abriter am Sa 28 Jul 2018 - 21:30

    Ganz und gar falsch liegt er nicht, der Herr Özil. Aus dem Munde eines Erdowahn-Anhängers (der er zweifelsfrei ist) klingen Vorhalte wie "Integration" und "Rassismus" aber ziemlich paradox. Möge er ein schönes Leben in der Türkei haben. Smile

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    Re: Wenn Zwei was tun, ist es nicht immer das Gleiche

    Beitrag von Katana am Sa 28 Jul 2018 - 21:48

    Abriter schrieb:Ganz und gar falsch liegt er nicht, der Herr Özil. Aus dem Munde eines Erdowahn-Anhängers (der er zweifelsfrei ist) klingen Vorhalte wie "Integration" und "Rassismus" aber ziemlich paradox. Möge er ein schönes Leben in der Türkei haben. Smile



    Der kann mit seiner Kohle und auch mit seinem Können überall auf der Welt leben , zumindest ein paar Jahre noch , dann gehts nochmal auf Japan,China oder USA Tour , die Restmillionen einsacken und gut ist .Bei seinem Verein scheint übrigens dieses Erdowahn Photo keinerlei Problem darzustellen , Arsenal scheint es mit Werten ehrlicher Weise wohl nicht so genau zu nehmen .

    Gerade Türken ganz allgemein sollten mit diesen Begrifflichkeiten vorsichtig sein , in deren Geschichte gäbe und gibt es bis heute so einiges aufzuarbeiten , bevor man bei anderen vom Rassismus schwafeln sollte . Mit ihrer ständigen Betonung des so genannten "Türkentums" outen sie sich doch ständig als selbst ernannte Herrenrasse .
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    Re: Wenn Zwei was tun, ist es nicht immer das Gleiche

    Beitrag von gnadenlos am So 29 Jul 2018 - 11:52

    Katana schrieb:Bei seinem Verein scheint übrigens dieses Erdowahn Photo keinerlei Problem darzustellen , Arsenal scheint es mit Werten ehrlicher Weise wohl nicht so genau zu nehmen .

    Der DFB war ja nur deshalb angepisst, weil er - im Gegensatz zu anderen Werbetätigkeiten seiner Nationalspieler - die Hand nicht aufhalten durfte. Smile

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