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    Tragödie in der Schweiz

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    Abriter
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    Re: Tragödie in der Schweiz

    Beitrag von Abriter am Do 3 Mai 2018 - 22:45

    Oskar schrieb:

    Na, schreibt mal wieder der universelle Allroundfachmann Smile

    Das mit der Wetteränderung ist für erfahrene Alpinisten bei einer Tagestour zwar lästig, aber kein grundsätzliches Problem, man ist ja entsprechend ausgerüstet. Nur hier ging es um eine Schlechtwetterfront, also um eine Änderung der Wetterlage, bei der man besser zuhause bleibt. So etwas ist vorhersagbar, aber offensichlich ging man davon aus, dass man vor dem Eintreffen der Front die Hütte erreicht. Man war ja schließlich nur 400 m von der Hütte entfernt, als das Unwetter losging.

    Was die Ausrüstung und die körperliche Fitness angeht:

    Es waren Skitourengänger unterwegs auf der Haute Route, der Alpendurchquerung von Chamonix nach Zermatt in 6 Etappen auf Skiern. So was macht man nicht als Hobbywanderer im T-Shirt.
    Du kannst mal davon ausgehen, dass sie eine entsprechende Ausrüstung und körperliche Fitness hatten, ansonsten hätte sie der erfahrene Bergführer gar nicht mitgenommen.

    Das Ergebnis ist unzweifelhaft Beleg dafür, dass das Wetter von Wetterberechnungen abweicht und es mit der Erfahrung des Bergführers, der Ausrüstung und körperlichen Fitness der Bergtourer eben nicht gut bestellt war. Das war weder ein gewöhnliches Unglück noch eine Verkettung unglücklicher Umstände. Ein solches Ereignis soll und darf man nicht floskelartig flachreden, sondern einfach mal den Tatsachen ins Augen schauen.

    Und um auch das klarzustellen: Ich schrieb nicht von T-Shirt-Touristen, sondern von Hobbywanderen. Berufsstourer waren sie allesamt nicht, bis auf den Bergführer, der erwiesenermaßen seine Erfahrung irgendwo an den Nägel gehängt hatte.
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    Oskar
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    Re: Tragödie in der Schweiz

    Beitrag von Oskar am Do 3 Mai 2018 - 23:05

    Abriter schrieb:

    Das Ergebnis ist unzweifelhaft Beleg dafür, dass das Wetter von Wetterberechnungen abweicht und es mit der Erfahrung des Bergführers, der Ausrüstung und körperlichen Fitness der Bergtourer eben nicht gut bestellt war. Das war weder ein gewöhnliches Unglück noch eine Verkettung unglücklicher Umstände. Ein solches Ereignis soll und darf man nicht floskelartig flachreden, sondern einfach mal den Tatsachen ins Augen schauen.

    Und um auch das klarzustellen: Ich schrieb nicht von T-Shirt-Touristen, sondern von Hobbywanderen. Berufsstourer waren sie allesamt nicht, bis auf den Bergführer, der erwiesenermaßen seine Erfahrung irgendwo an den Nägel gehängt hatte.

    Nun beruhige dich mal wieder. Ich habe hier nichts flachgeredet, sondern erwähnt, dass man bei so einer Wetterlage besser zuhause bleibt.

    Das Grundproblem war nicht die mangelhafte Ausrüstung, was ich nach wie vor in Abrede stelle, sondern die Tatsache, dass plötzlich Null Sicht da war und ein Weitergehen mangels Orientierung nicht möglich war.

    Und um auch das klarzustellen: Die Haute Route begehen keine Hobbywanderer.


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    Re: Tragödie in der Schweiz

    Beitrag von Katana am Fr 4 Mai 2018 - 21:32

    Oskar schrieb:
    Das Grundproblem war nicht die mangelhafte Ausrüstung, was ich nach wie vor in Abrede stelle, sondern die Tatsache, dass  plötzlich Null Sicht da war und ein Weitergehen mangels Orientierung nicht möglich war.

    Und um auch das klarzustellen: Die Haute Route begehen keine Hobbywanderer.



    Diese Tatsache ist aber zu dieser Jahreszeit ganz generell im Gebirge keine Seltenheit und absolut nicht außergewöhnlich , ob in den Alpen oder weiter nördlich .

    Ich hab sowas in der ersten Maiwoche auf den Lofoten selber miterlebt , der Zeitraum zwischen Sonnenschein und normaler Sicht und Schneetreiben und Sicht gleich null betrug allenfalls ne halbe Stunde , damit muß man rechnen und ist entweder vernünftig ausgerüstet oder gerät in Schwierigkeiten .

    Das der Bergführer diese Verzeiflungsnummer abgezogen hat und versucht hat noch Hilfe zu holen , zeugt ganz klar davon , das es ihm wohl bewusst war , seine Gruppe würde eine Nacht Biwak am Berg nicht schadlos überstehen , ansonsten wäre er wohl kaum losgegangen .

    Und wer welche Route heute versucht , sorry Oskar , aber da schau ich zum Vergleich , welche Idioten heutzutage versuchen auf den Mount Everest zu kommen . Ein Berg der wohl mit nur minimalem gesunden Menschenverstand nur extrem erfahrenen Alpinisten zugestanden wird und trotzdem versuchen es jährlich zig Schwachköppe und sie krepieren reihenweise .

    Wenn man ehrlich ist , ist doch genau das , daß Riesenproblem in den Alpen das ganze Jahr über , es versuchen sich reihenweise Touris an Touren , denen sie nicht gewachsen sind und die Bergwacht darf sie dann retten oder die Reste zusammensammeln . Mein alter Herr war wanderverrückt , der hat mich bis zu meinem 12.Lebensjahr jeden Sommer in Österreich auf irgendwelche Berge gescheucht , aber er war zumindest so vernünftig und ist mit uns keine Touren gelaufen , die uns überfordert hätten . Und das war damals in den Alpen zur Urlaubszeit schon genau so , mit Sandalen die Berge rauf , auf der Bahre wieder runter .

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