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    Die Essener Tafel


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    Re: Die Essener Tafel

    Beitrag von Gast am So 25 Feb 2018 - 16:44

    Abriter schrieb:

    Das sind sie tatsächlich, wenn es um "preiswerte" Fachkräfte für die Wirtschaft geht. Smile

    Das jene neuen Fachkräfte günstiger sind und somit vorhandene Einheimische verdrängen ist wahrscheinlich. Das sie ebenso qualifiziert sind eher nicht.
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    Re: Die Essener Tafel

    Beitrag von Abriter am So 25 Feb 2018 - 16:48

    Katana schrieb:

    je weiter sich die Politik vom Bürger entfernt , je mehr verfault auch die Gesellschaft .

    Das kann ich nur unterschreiben. Die Gesellschaft lässt sich (leider) zu gerne verblöden.

    Ich vermute ja Absicht, also einen konkreten Plan dahinter: Eine uniforme Mischrasse mit einem IQ < 80.
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    Re: Die Essener Tafel

    Beitrag von Abriter am So 25 Feb 2018 - 16:51

    Tat2 schrieb:
    Das jene neuen Fachkräfte günstiger sind und somit vorhandene Einheimische verdrängen ist wahrscheinlich. Das sie ebenso qualifiziert sind eher nicht.

    Für was werden denn qualifizierte Fachkräfte benötigt? Zumindest die Industrie ist doch gar nicht daran interessiert, Qualität zu produzieren. Wink
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    Re: Die Essener Tafel

    Beitrag von Katana am So 25 Feb 2018 - 17:01

    Tat2 schrieb:
    Das jene neuen Fachkräfte günstiger sind und somit vorhandene Einheimische verdrängen ist wahrscheinlich. Das sie ebenso qualifiziert sind eher nicht.

    Ein Problem der Bildungspolitik , die seit Jahren kräftig in die Richtung "nach unten" arbeitet und sämtliche notwendigen Niveaus kräftig nach unten verschiebt .

    Sieht man als Beispiel bei den Zweiradmechanikern , bis 1999 EIN Beruf .

    Heute ist der Titel ein bisschen wichtiger " Zweiradmechatroniker Fachrichtung Fahrradtechnik u. Zweiradmechatroniker Fachrichtung Motorradtechnik " , die berufliche Qualifikation aber
    eingeschränkter und schlechter . Die Ausbildung dauert nach wie vor 3,5 Jahre ,wobei das erste Jahr für alle identisch verläuft , danach wird es fachspezifisch .

    Was man allen Ernstes 2,5 Jahre über Fahrradtechnik lernen sollte , ist mir schleierhaft .
    Die Argumentation Pedelec zieht nicht , denn ausgelernt in einem Fahrradbetrieb , ja selbst bei Fahrradherstellern darf ich die E-Motoren von Pedelecs nichtmal aufmachen, ich darf sie
    ausbauen ( 3-4 Bolzen , drei bis vier Blockstecker ) , sie zum Motorenhersteller einschicken , dort reparieren lassen (macht keine Zweiradmechatroniker sondern Leute mit Fachrrichtung Elektronik)
    und wieder einbauen . Einziges Alleinstellungsmerkmal der Fahrradtechnik sind somit Naben und Kettenschaltungen , Bremsen ,Fahrwerke , Rahmen sind immer mehr Miniaturausgaben von
    Motorradtechnik , praktisch baugleich nur kleiner .

    Der einzige Sinn solcher Änderungen der Qualifikation von "Facharbeitern" ist eben die Zielsetzung , den Facharbeiterbrief auf immer niedrigerem Bildungsniveau erreichen zu können ,rudimentäre
    Deutsch Kenntnisse und dann passt dat schon , zur Not gibt es noch ein Vorjahr zum Großteil vom Arbeitsamt finanziert , wenn der Neuankömmling sich erstmal zu blöde anstellt , wo dann mit mehrsprachigen Schulbüchern dem angehenden Rüstungstechniker vermittelt wird , wie man dem Esel den Stahlhelm richtig aufsetzt .
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    Re: Die Essener Tafel

    Beitrag von gnadenlos am Mi 28 Feb 2018 - 21:21

    Woll!

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    Re: Die Essener Tafel

    Beitrag von Trulla am Mi 28 Feb 2018 - 22:12

    Es ist zu einfach, immer nur der Politik die Schuld an allem zu geben. Und ob jemand zur Tafel gehen "muss", ist relativ. Vielleicht kann er mit der ihm zur Verfügung stehenden Mitteln einfach nicht anständig wirtschaften. Geschweige denn, dass jemand, dem seine Rente nicht reicht, sich nicht unbedingt "sein ganzes Leben lang den Arsch aufgerissen" haben muss. Wenig Rente kann auch von wenig gearbeitet haben kommen.
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    Re: Die Essener Tafel

    Beitrag von gnadenlos am Mi 28 Feb 2018 - 22:32

    Trulla schrieb:Es ist zu einfach, immer nur der Politik die Schuld an allem zu geben. Und ob jemand zur Tafel gehen "muss", ist relativ. Vielleicht kann er mit der ihm zur Verfügung stehenden Mitteln einfach nicht anständig wirtschaften. Geschweige denn, dass jemand, dem seine Rente nicht reicht, sich nicht unbedingt "sein ganzes Leben lang den Arsch aufgerissen" haben muss. Wenig Rente kann auch von wenig gearbeitet haben kommen.

    Kann sein, muss aber nicht Very Happy

    Ja, es ist schon irgendwie richtig, was du sagst. Richtig ist aber auch, dass es besonders für Alleinstehende (hier insbesondere Rentner) sehr schwierig sein kann, nur mit Hartz IV auszukommen. In Hochpreisregionen, wie bspw. hier, wird es verdammt eng. Denn Hartz IV zahlt eben nicht alles, wie oft behauptet. Warenkorb und Tabellen nehmen keine Rücksicht auf die regionalen Preise. Muddern hat die Kinder erzogen, Vaddern ist früh gestorben oder die Ehe wurde geschieden etc. pp. Schon früher gab es das Problem mit Niedriglöhnen. (btw: aktuell haben wir 28,9 Mio. Arbeiter und Angestellte. Davon arbeiten 12,3 Mio. im Niedriglohnbereich - nicht nur die landen definitiv im Alter in Hartz IV!). Das System ist völlig schräg, wenn man mit ehrlicher und regelmäßiger Arbeit keine Rente über Hartz IV zusammenbekommt.
    Grundsätzlich liegt Bimbo völlig richtig: Für was und wen, zum Teufel, brauchen wir in Deutschland Tafeln?
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    Re: Die Essener Tafel

    Beitrag von Trulla am Mi 28 Feb 2018 - 22:34

    gnadenlos schrieb:Für was und wen, zum Teufel, brauchen wir in Deutschland Tafeln?

    Damit nicht so viel noch essbares Zeugs weggeschmissen werden muss.
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    Re: Die Essener Tafel

    Beitrag von gnadenlos am Mi 28 Feb 2018 - 22:36

    Trulla schrieb:

    Damit nicht so viel noch essbares Zeugs weggeschmissen werden muss.

    Very Happy
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    Re: Die Essener Tafel

    Beitrag von Katana am Do 1 März 2018 - 21:00

    gnadenlos schrieb: Schon früher gab es das Problem mit Niedriglöhnen. (btw: aktuell haben wir 28,9 Mio. Arbeiter und Angestellte. Davon arbeiten 12,3 Mio. im Niedriglohnbereich - nicht nur die landen definitiv im Alter in Hartz IV!). Das System ist völlig schräg, wenn man mit ehrlicher und regelmäßiger Arbeit keine Rente über Hartz IV zusammenbekommt.

    Warum ist das System dann schräg , ich sehe die Schräglage vielmehr in der Gesellschaft . Niedrige Löhne gibt es nach meiner Ansicht vor allem , weil niemand für die Produkte und Dienstleistungen zahlen will .

    Klar kann man dafür Staat oder Wirtschaft hernehmen , das Grundproblem sehe ich aber vielmehr in den Köpfen der Menschen .
    Versuch doch mal zu vermitteln , das alle bitte sehr für ihre unzähligen Internetbestellungen pro Paket Minimum 10 € zu zahlen haben , damit der Sortierer und der Fahrer einen Lohn erhalten können , bei dem auch eine vernünftige Rente erwirtschaftet wird . Oder versuch mal die Menschen beim einkaufen dafür zu begeistern 20-30% höhere Preise zu akzeptieren , wie das in Norwegen beispielsweise der Fall ist , damit auch eine Kassiererin im Supermarkt mit 2500€ monatlich nach Hause geht .

    Und das liegt nicht am System , nicht an zu gierigen Arbeitgebern , es liegt an der mangelhaften Wertschätzung in unserer Gesellschaft für diese Produkte und Dienstleistungen . Kein System kann es richten , wenn die Mehrzahl der Menschen nicht bereit ist tiefer in die Tasche zu greifen , weil sie diesen Berufsgruppen diesen Lohn einfach nicht gönnt , nicht einsieht das er von den Betreffenden verdient wird .

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: So 27 Mai 2018 - 21:19